Sweet Touch by U.

9. April 2008

Ich habe ein Herz für Tiere

Jeder bekommt das, was er verdient! Ja, ja – das sagt sich so leicht. Wer mir nicht glauben möchte – bitteschön – ich kann es selbstverständlich beweisen.

Dieser Tage “verdient” der deutsche Medienrezipient offenbar Berichte, Dokumentationen und Bilderreihen über verhaltensgestörte Eisbären in deutschen Zoos. Der Pfleger, der bislang eher für die Entsorgung der Notdurft des gefangenen Tieres zuständig war, wird von heute auf morgen zum Medienstar.
Ist das interessant?

Unter diesem Aspekt betrachtet, beschleicht mich wirklich das Gefühl, etwas sehr Schlimmes angestellt zu haben, um diese Art der journalistischen Zuwendung zu erhalten. Erst Knut, nun Flocke – online wie offline hagelt es Schwachsinnsmeldungen rund um die gehypten Zoobewohner. Dabei gibt es soviel Themen aus dem Tierreich, die es ausführlich zu erörtern lohnen würde.

Warum erfahren die geneigten Leser beispielsweise nur Oberflächliches über den höchst interessanten Borneo-Barbourfrosch? Dieses gar nicht mal so hässliche Tier besitzt keine Lungen und verfügt über die faszinierende Eigenschaft seinen Sauerstoffbedarf über die Haut zu decken.
Richtig mitreißend sind auch die Kronenquallen, die in der Fachsprache auch unter dem hübschen Namen Periphylla periphylla bekannt sind. Sie leben in Tiefen bis zu 7.000 Metern und leuchten von innen.
Zu guter Letzt könnte man auch den allseits beliebten Nacktmull bemühen. Leider wird dieses possierliche Tierchen immer nur dann durch die Medien gezerrt, wenn es um Häßlichkeits-Rankings im Tierreich geht. Dabei können diese hinreißenden Nager viel mehr, als einfach nur erschreckend aussehen. Sie benötigen beispielsweise keinerlei Flüssigkeitzufuhr, da sie ihren Bedarf über die Nahrungsaufnahme decken. Eine überaus effiziente Art der Versorgung, oder nicht? Zudem haushalten sie mit ihrer eigenen Körperenergie sehr sparsam. Sie gehören zwar zu den “gleichwarmen” Säugetieren, passen ihre Körpertemperatur jedoch ihrer Umgebung an. Schwankungen zwischen 12 und 32 Grad sind die Folge. Ist es ihnen zu kalt, finden sie sich sogar zum wärmenden “Gruppenkuscheln” zusammen.
Das soll diesen lustigen kleinen Viechern erst einmal jemand nachmachen!

Ich für meinen Teil, werde erst wieder eine Meldung über Knut & Co. lesen, wenn er ohne Lungen atmen kann, von innen leuchtet und mit seinen körpereigenen Ressourcen effizienter als bisher umgeht!

2 Kommentare »

  1. Das erinnert mich doch an den letztjährigen “Eisbärenbabyniedlichkeitswahn”.

    http://almostadiary.de/deutsch/eisbarenbabyniedlichkeitswahn/

    Comment von tobi — 9. April 2008 @ 22:56

  2. funny page, I’m gonna visit one more time, thanks mate!

    Comment von Offitiolicrof — 1. September 2011 @ 10:05

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